Stationen einer Reise

Eine Produktion der HillAc
2003 - 2006

Vierte Etappe

- Am Fluss -

44° 40´ 00´´ nördliche Breite und 22° 19´ 30´´ östliche Länge.

Die hohen Berge fallen auf beiden Seiten fast senkrecht in den reißenden Fluss. Ein schmaler, in den Fels geschlagener Weg. Nur wenige Fuß über dem Wasserspiegel.

Du schaust gen Himmel. Die schwarzen Vögel sind Dir gefolgt. Du fühlst Dich beobachtet, bedroht.

Die Sonne verschmilzt Wellen und Nebel zu einem einzigen grellen Widerschein. Du atmest tief durch.

Unmittelbar vor Dir löst sich eine vermummte Gestalt aus dem Felsen. Sie streckt eine Hand nach Dir aus.

"Du hast mich also gefunden."

"Schön, dass Du da bist. Seit nunmehr 26 Jahren werden wir des nachts von einem bösen Geist heimgesucht."

Mit leiser Stimme setzt die Gestalt ihre Erzählung fort.

"Seine Kinder, schwarze eulenartige Vögel mit krummen Schnäbeln beherrschen die Lüfte. Waren sie zunächst eine Bedrohung für unsere Kinder und unser Kleinvieh, so sind sie jetzt eine Bedrohung für alle Tiere und alle Menschen in dieser Gegend geworden."

Du denkst an die augenlosen Gesichter, die Dir oben im Dorf begegnet sind.

Die Gestalt streckt einen Arm gen Himmel.

"Bei Halbmond werden sie gefüttert."

Jetzt flüsternd.

"Seit langer Zeit wird heute erstmals wieder eine Gruppe Reisender diesen Weg flussaufwärts nehmen. Wir müssen sie beschützen."

Die Gestalt wirkt erschöpft.

"Kannst Du den Namen des bösen Geistes durch die Fluten in die Berge rufen, so wird er fortan nicht mehr existieren. Wir sind befreit und die Reisenden können ihren Weg unbeschadet fortsetzen."

"Schnell, schnell . . . !!"

Eine Staubwolke legt sich sanft auf den Weg. Es ist still geworden. Sehr still.

Fortsetzung folgt ...