Still Untitled

Eine Produktion der HillAc
2006


2. Etappe

- Zu Hause -

Die meiste Zeit verbringt er in seiner Kabine. Dort liest er. Dort schreibt er. So sagt man.

Es gibt Tage, an denen man ihn gar nicht sieht. Es gibt Tage, an denen schleicht er sich, meistens abends, zum Kiosk, um sich mit den erforderlichen Nahrungsmitteln und Getränken einzudecken.

Bei seinen seltenen Besuchen im Restaurant sitzt er immer am gleichen Tisch - hinten, in der Weinstube - in der dunkelsten Ecke. Dort erhebt er seine Stimme zur Lesung, zur Predigt, zur Erzählung, zur Beschwörung und zum Gesang.

Viele Zuhörer hat er nicht. Wer ihm zuhört, der ist zufällig da. - So scheint es. - Da es aber keinen Zufall gibt, sind es Seelen, denen er offenbar etwas zu sagen hat.

Seine alte Stimme:

" . . .
Let's reinvent the gods,
all the myths of the ages.
Celebrate symbols from deep elder forests.
Have you forgotten the lessons of the ancient war?
. . ." (2)

An einem benachbarten Tisch.

1. Gast: "Wo kommt der denn her?"

2. Gast: "Seltsam. - Der war plötzlich da."

1. Gast: "Wird Zeit, dass wir diese Station so schnell wie möglich verlassen."

2. Gast: "Wem sagst du das?"

1. Gast: "Schau dir die beiden Schnittstellen an."

2. Gast: "Sind mir auch schon aufgefallen. Scheinen ein gewisses Interesse an ihm zu haben."

1. Gast: "Jetzt fängt der wieder an."

Seine Stimme (jetzt klarer und jünger als zuvor):

"Am 23. November hatte er das Kommando übernommen.

"Dein Vater ist jetzt Kapitän. Dreitausend Mann sind auf dem Schiff.", sagte meine Mutter.

Wenn er zuhause war, hatte sie das Kommando: "Stell den Mülleimer raus!" Er brachte den Müll raus.

Am 8. Januar nahm er mich mit zu einem Manöver. Mein Haarschnitt: hinten und an den Seiten geschoren und oben reichte es gerade für einen Scheitel. Ich schüttelte Hände, lächelte aber nicht.

Das war ein Nachmittag. - Eine Woche später ließ ich mich an der Staatsuniversität einschreiben.

Die Ereignisse des Jahres ließen das Schiff meines Vaters auf der anderen Seite des Ozeans zum Einsatz kommen. Stärke sollte demonstriert werden.

Hier eine Aufnahme vom 2. November."

An der Wand die Projektion eines Schiffes:


Official U.S. Navy Photograph, from the collections of the Naval Historical Center.

"Am 25. November übergab er das Schiff einem anderen.

Bevor er das Oberkommando über die US Naval Forces in Europa antrat, verbrachte er das Weihnachtsfest im Kreise seiner Familie.

Auch ich verbrachte Weihnachten zu Hause.

Es war das letzte Mal, dass ich meine Eltern sah."

Stille. - Die Anwesenden hatten sich ganz auf seine Erzählung konzentriert.

1. Gast (aufgeregt): "Er ist nicht mehr da!"

An der Wand die Projektion einer Karte:

- - -

So zu lesen in einem Bericht von 9, der von der HillAc am 17. November des Jahres 2005 empfangen wurde.

 

Fortsetzung folgt . . .

(2) Jim Morrison; An American Prayer