Zeitblick / Das Online-Magazin der HillAc - 1. April 2009 - Nr. 33

Begegnungen mit Tarot

Nachruf

Die Tarotwelt trauert um Hajo Banzhaf. Am 11. Februar verstarb er völlig unerwartet an den Folgen einer Operation. Mit ihm verlieren wir einen bedeutenden Tarotexperten, der mit seinen Büchern besonders im deutschsprachigen Raum wesentlich zum Verständnis und zur Popularität der Karten beigetragen hat. Mit Sachlichkeit und Begeisterung zugleich, mit einem riesigem Wissen auf vielen Gebieten, Liebe zum Detail, einem sicheren Gespür für die Sprache der Symbole sowie mit seinem warmherzigen Humor hat Hajo Banzhaf vielen Menschen die Welt der Karten eröffnen können. In Seminaren und Vorträgen begeisterte er uns alle, und viele von uns dürfen sich als seine Schüler betrachten, ob sie nun seine Bücher studiert haben, in seine Tarotschule gegangen sind oder sein Internetforum als Kommunikations- und Wissensplattform nutzen.


Hajo Banzhaf
15.05.1949 - †11.02.2009

Gemeinsam mit seiner Ende 2007 verstorbenen Frau Brigitte Theler rief er im Jahr 2003 den Tarot e.V. ins Leben, dessen erster Vorsitzender er bis zu seinem Tode war. Es lag ihm dabei am Herzen, an Tarot interessierte Menschen im ganzen deutschsprachigen Raum zu vernetzen und Tarot in der Öffentlichkeit als ein zeitgemäßes Mittel zur Lebenshilfe und Selbsterkenntnis populär zu machen. Diese Bemühungen tragen nach fünf Jahren bereits schöne Früchte. Wenn der Tarot e.V. heute mehr als 200 Mitglieder vereint, darunter viele, die haupt- und nebenberuflich als Tarot-Berater aktiv sind. Wenn Tarot zunehmend in den Medien positiv wahrgenommen wird, so hat Hajo Banzhaf einen wesentlichen Verdienst daran. Der Erste Deutscher Tarotkongress im Jahr 2006 in München zählte zu den besonderen Höhepunkten der bisherigen Arbeit unseres Tarot e.V.. Im kommenden November findet der Erste Internationale Kongress in Hamburg statt, den Hajo nun leider nicht mehr miterleben kann. Doch bin ich sicher, dass sein Geist bei uns sein wird. Bis zuletzt arbeitete er an seinem Buch „Zwischen Himmel und Erde – Quintessenz aus Esoterik, Astrologie und Tarot“. Dieses Werk sollte eine Zusammenfassung seines Lebenswerks werden. Darüber hinaus ist es nun auch sein Vermächtnis.

Mir selbst bleiben viele schöne persönliche Erinnerungen an den großartigen Menschen Hajo Banzhaf. Das erste Mal begegnete ich ihm auf einer Buchmesse in Leipzig, und er gewann meine Sympathie vom ersten Moment an mit seiner ruhigen und zugleich humorvollen Ausstrahlung. Es folgten mehrere weitere Vorträge, die ich mich nie zu verpassen bemühte, wenn sie nur irgend in Mitteldeutschland stattfanden, und die ich immer mit viel Gewinn besucht habe. Hajo Banzhaf war ein kluger Mann mit einem enormen Wissen über Symbole, Esoterik, Psychologie, Alchemie und auf manch anderem Gebiet. Er erklärte uns Tarot als eine Sprache, die man erlernen kann, ließ dabei jedoch die Faszination und den Reiz der alt-überlieferten rätselhaften Bilder nie außer Acht. Er weckte in uns das Verständnis, welches große Gewicht unsere eigene Intuition beim Lesen der Karten hat. So war er alles andere als ein „Kartenpapst“, und das gefiel mir sehr an ihm. Auch entdeckte ich sein Internetforum, welches gerade zu der Zeit eröffnet wurde, wo mein Bedürfnis groß war, mich mit Gleichgesinnten über Tarot auszutauschen. Ich verdanke ihm also auch viele Freundschaften. Später, als Gründungsmitglied des Tarot e.V., hatte ich Gelegenheit Hajo ganz persönlich kennen zu lernen. Man musste sich einfach wohl fühlen in seiner Gesellschaft, war er doch ein so liebenswürdiger, humorvoller und großzügiger Mensch, dem bei allem seinem Wissen jede Schulmeisterlichkeit fremd war, der zuhörte und auf eine sehr klare und gleichzeitig freundliche Art seine Meinung sagte. Als Herausgeberin unserer Verbandszeitung Tarot Heute habe ich stets große Unterstützung von ihm erfahren, für die ich sehr dankbar bin. Sicher spreche ich für viele, wenn ich sage, dass mich Hajo Banzhafs Werk und Wirken, seine Unterstützung, aber auch sein Vertrauen in meine Arbeit für Tarot Heute und seine Anerkennung dafür auf meinem Tarot-, aber auch auf meinem Lebensweg wesentlich voran gebracht hat.

Hajos letzter Beitrag in Tarot Heute handelte von den Engeln im Tarot. Wie konnten wir ahnen, als wir ihn veröffentlichten, dass dies sein letzter Beitrag überhaupt für unsere Zeitung sein würde, und dass ihn die Engel schon bald in eine andere Welt führen sollten! Nun ist er wieder vereint mit seiner geliebten Frau Brigitte, was ein kleiner Trost ist. Uns, seinen Schülern, Freunden und Tarot e.V.-Mitstreitern, bleibt jetzt die schwere Aufgabe, ihn in Liebe gehen zu lassen, sein Andenken zu bewahren und seine Arbeit weiterzuführen.

Danke für alles, lieber Hajo, wir werden dich nicht vergessen!

© Annegret Zimmer

Annegret Zimmer lebt und arbeitet in Halle/Saale und ist Gründungsmitglied des Tarot e.V. Erster Deutscher Tarotverband.