Zeitblick / Das Online-Magazin der HillAc - 29. Juni 2010 - Nr. 37

Das T-Quadrat

Von einem T-Quadrat sprechen wir dann, wenn zwei Planeten, die sich in Opposition befinden, beide jeweils im Quadrat zu einem dritten Planeten stehen.


Abbildung 1: Das T-Quadrat vom 25. Juni 2010 um 18:54 Uhr UTC bei einem Orbis von 2°. Sonne (auf 4° 6‘ im Krebs), Jupiter (auf 2° 10‘ im Widder), Uranus (auf 0° 33‘ im Widder) und Pluto (auf 4° 6‘ im Steinbock).
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In Abbildung 1 stehen Sonne und Pluto in Opposition, die Sonne im Quadrat zur Uranus-Jupiter-Konjunktion und Pluto ebenfalls im Quadrat zur Uranus-Jupiter-Konjunktion. Da sich die Sonne im Tierkreiszeichen Krebs befindet, Pluto im Steinbock und Uranus und Jupiter im Widder, sprechen wir von einem kardinalen T-Quadrat, denn Krebs, Widder und Steinbock sind kardinale Zeichen.

Die Sonne durchläuft den Tierkreis mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von einem Grad pro Tag, daher konnte dieses T-Quadrat bei einem Orbis von 2° kaum länger als vier Tage bestehen. Doch bevor sich dieses T-Quadrat auflöste, bekam es durch die partielle Mondfinsternis am 26. Juni 2010 um 11:30 Uhr UTC eine besondere Bedeutung (s. Abbildung 2). Mond-Pluto-Konjunktion in Opposition zur Sonne und im Quadrat zur Uranus-Jupiter-Konjunktion. Alle beteiligten Planeten in kardinalen Zeichen.


Abbildung 2: Das T-Quadrat vom 26. Juni 2010 um 11:31 Uhr UTC bei einem Orbis von 3°. Sonne (auf 4° 46‘ im Krebs), Mond (auf4° 46‘ im Steinbock), Jupiter (auf 2° 14‘ im Widder), Uranus (auf 0° 33‘ im Widder) und Pluto (auf 4° 5‘ im Steinbock). © Paessler Software - GALIASTRO

Das nächste kardinale T-Quadrat, an dem Pluto und Uranus beteiligt sind, bildet sich im Juli. Am 21. Juli 2010 verlässt Saturn endgültig das Tierkreiszeichen Jungfrau und macht sich auf seinen Weg durch das Tierkreiszeichen Waage. Hier steht Saturn dann am 26. Juli um 17:07 UTC exakt in einer Opposition zu Uranus. Bei einem Orbis von 3° bilden Saturn (in der Waage), Uranus (im Widder), und Pluto (im Steinbock) ein kardinales T-Quadrat, welches nach klassischer Lehre schon seit dem Waage-Ingress des Saturn wirkt. Es ist genau diese Aspektfigur, die von vielen Astrologen als „Kardinale Klimax“ bezeichnet und kontrovers diskutiert wird.


Abbildung 3: Das T-Quadrat vom 26. Juli 2010 um 17:07 Uhr UTC bei einem Orbis von 3°. Saturn (auf 0° 25‘ in der Waage), Uranus (auf 0° 25‘ im Widder) und Pluto (auf 3° 21‘ im Steinbock). © Paessler Software - GALIASTRO

Das T-Quadrat, sofern es rein kardinal, fix oder veränderlich ist, gehört zu den spannungsgeladenen Aspektfiguren. Dies ergibt sich einmal aus der Polarität der beteiligten Zeichen, denn einer der drei beteiligten Planet steht bei einem T-Quadrat immer in einer anderen Polarität als die beiden anderen Planeten. Uranus im Widder und Saturn in der Waage wollen aktiv werden, da Widder und Waage aktive Zeichen sind. Hingegen bekommt Pluto im Steinbock eine etwas mehr zurückhaltende Energie, denn der Steinbock ist ein passives Zeichen. Eine Verstärkung der Spannung durch die Polaritäten entsteht beim T-Quadrat durch die Kombination von drei Elementen. In diesem Fall sind das die Elemente Feuer (Widder), Luft (Waage) und Erde (Steinbock).

Betrachten wir die Qualitäten der beteiligten Zeichen, so gilt für das T-Quadrat, dass alle Planeten im gleichen Kreuz stehen. In diesem Fall ist es das kardinale Kreuz. Also erhalten alle beteiligten Planeten kardinale Energie, sie möchten die Initiative ergreifen, sie möchten Impulse geben. Und das bei den oben aufgezeigten Spannungen.

Da die moderne Astrologie den Aspekten Orben zuordnet, spricht man auch von einem T-Quadrat, wenn die Planeten nicht im gleichen Kreuz stehen. Entscheidend ist dabei, dass sich die Aspektfigur innerhalb der Grenzen, die durch den Orbis gegeben sind, ergibt. Allerdings bezeichnet man ein solches T-Quadrat dann als abgeschwächt. Dies widerfährt dem T-Quadrat aus Abbildung 3 am 15. August 2010. An dem Tag wird der rückläufige Uranus in das Tierkreiszeichen Fische zurückkehren. Erst am 13. März 2011 wird Uranus wieder in den Widder wechseln. Bis dahin gilt das T-Quadrat der drei Langsamläufer Uranus, Saturn und Pluto als abgeschwächt.

In der klassischen Astrologie wurden den Aspekten keine Orben zugeordnet. Im ersten Buch seiner TETRABIBLOS definierte Claudius Ptolemaeus die Oppsition und das Quadrat folgendermaßen: „Das sind zuerst die Stellen im Zodiak, die sich diametral gegenüberliegen und deren Entfernung zwei rechte Winkel, nämlich sechs Zeichen oder 180° ausmacht. . . . Außerdem diejenigen, deren Verbindung ein Quadrat ergibt und die einen rechten Winkel Entfernung in sich fassen, d.h. drei Zeichen oder 90°.“

Übertragen wir diese Definitionen auf das T-Quadrat der Planeten Saturn, Uranus und Pluto, so löst es sich am 15. August auf und wird erst am 13. März 2011 wieder aktiv. Auch wenn der Orbis dann ungefähr 16° beträgt: Saturn (15° 31‘ Waage), Uranus (0° 3‘ Widder) und Pluto (7° 18‘ Steinbock). Allerdings bleibt es uns dann nach klassischer Lehre bis zum 6. Oktober 2012 erhalten. An dem Tag wechselt Saturn - als schnellster der drei beteiligten Planeten - in den Skorpion und löst somit das kardinale T-Quadrat auf.

© Lennard Wilko