Zeitblick
Das Online-Magazin der HillAc - November 2004 - Nr. 6


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23. Oktober 2004, 1.50 Uhr GMT: Die Sonne wechselt in den Skorpion.

In der Natur können wir jetzt die letzten Vorbereitungen für die alljährliche Ruhephase beobachten. Die Bäume verlieren ihre Blätter. Einjährige Pflanzen sterben ab. Der Wachstumsprozess der Bäume und Sträucher kommt zum Stillstand. Die Nebel steigen. Der Abendwind weht. Das Licht wird trostlos grau. Die Bäume, Totengerippe in der Landschaft.

Doch dem aufmerksamen Betrachter wird es nicht entgehen, hinter jedem fallenden Blatt bildet sich jetzt schon eine Knospe, die sich im kommenden Frühjahr entfalten wird. Die fallenden Blätter werden zu Humus, Gärstoff für neues Wachstum.

Aus dieser Sicht erleben wir den Skorpion als das Zeichen des "Stirb und Werde". Es geht um Transformation, denn die findet jetzt in der Natur statt. Schon vier Wochen später tritt dieser Vorgang in die nächste Phase, das "Neue" muss sich orientieren. Dies kann es nur, wenn bis dahin das "Alte" losgelassen wurde. Loslassen, ein weiteres Skorpion-Prinzip.

Nicht zufällig feierrn wir in der Skorpion-Zeit unsere Totenfeste: Allerheiligen, Allerseelen, den Totensonntag, den Volkstrauertag und den Buß- und Bettag, den Tag der Umkehr und der Einkehr.

Lennard Wilko


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Trick or Treats

Die Kelten teilten das Jahr in zwei Hälften. Die Sommerhälfte und die Winterhälfte. Die Sommerhälfte umfasste die Monate Mai bis Oktober, sie symbolisierte das Leben. Die Winterhälfte symbolisierte den Tod und wurde vom Todesfürsten Samhain beherrscht.

Für die Kelten symbolisierte die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November den Jahreswechsel. In dieser Nacht verabschiedeten sich die Druiden vom Sommer und feierten die Herrschaft des Todesfürsten Samhain.

Man war der Auffassung, dass in dieser Nacht die Tür zwischen der Welt der Toten und der Welt der Lebenden offen stand. Deshalb glaubte man, dass sich die Toten unter die Lebenden mischen könnten. Man brachte den Toten Opfer, um sie wohlgesonnen zu stimmen. Aber auch, um mit ihnen in Kontakt zu treten. Es wurde ein großes Fest gefeiert. Lagerfeuer und Festmahl. Es wurde meditiert, und es wurden Vorhersagen für das neue Jahr gemacht.

Im Jahre 837 wurde dieser heidnische Brauch christianisiert. Papst Gregor IV. erklärte den 1. November zu einem Gedenktag an alle Verstorbenen, die das göttliche Licht - den Himmel - erreicht hatten. Deshalb bekam dieser Tag den Namen Allerheiligen - die "Heiligen Seelen", die "Reichen Seelen".

Der darauf folgende Tag, der 2. November, bekam den Namen Allerseelen. An diesem Tag sollte jener Seelen gedacht werden, die im Zwischenreich zwischen Erde und Himmel verweilten - die "Armen Seelen".

Endgültig christianisiert wurde der Brauch aber erst im 16. Jahrhundert, als die protestantische Kirche den Namen All Hallowed Evening einführte.

In Amerika, aber auch in anderen Ländern, ziehen heute am Abend des 31. Oktobers verkleidete Kinder durch die Straßen und klingeln an den Türen, um Süßigkeiten zu erhalten.

Warum auch nicht? Sie werden sich darüber freuen.

Geister, Parties, Kürbisse, Tote aus dem Zwischenreich, Kostüme, Michael Myers, Laurie Strode, Dr. Loomis, Haddonfield . . .

Yester Memo

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Berliner Spaziergang

5. Teil

Von der Lennéstraße zur Neuen Nationalgalerie

Die Lennéstraße liegt hinter uns. Wir setzten unseren Weg durch die Ben-Gurion-Straße fort - direkt am Sony Center vorbei. Dann biegen wir rechts in die Potsdamer Straße ein und folgen ihr bis zur Neuen Nationalgalerie.

In der Abbildung (unten) sind drei Stationen markiert. Möchtest du sehen, wie es dort aussieht, so klicke auf eine Markierung.

Jesper Sörensen

Copyright HillAcEingang zum Sony CenterPotsdamer Straße Ecke Ben-Gurion-StraßeVor der Neuen NationalgalerieHotel AdlonLessing-Denkmal