Der Zimmermann

Eine Produktion der HillAc
im Auftrag DER JURY

28. November des Jahres 2004 nach deiner Zeitrechnung.

Die sechste Etappe unserer Zeitreise "Der Zimmermann" wird veröffentlicht.

Jesper Sörensen

Sechste Etappe

- Geduld -

Glasgow Wharf steht auf dem Schild. Die Hafenarbeiter haben sich um einen Mann versammelt, der ein altes abgegriffenes Heft mit beiden Händen gen Himmel streckt.

"Das Tagebuch!"

Er schlägt es auf. Du schreckst zurück. Ein eiskalter Wind weht dir entgegen.

- - -

Fünf Uhr morgens. Nebel.

Die beiden Boote werden von 18 Männern auf Schlitten über das Eis gezogen. Das dritte Boot lassen sie zurück.

Ein Uhr mittags.

"Wir sind jetzt acht Stunden marschiert und haben nur eineinviertel Meilen zurückgelegt."

"Sein Plan ist es, sechzig Meilen nach Westen zu ziehen."

"Das schaffen wir nie."

Vier Tage später.

Die Männer sind vom Schlittenziehen entkräftet und völlig durchnäßt.

"Seit Wochen biete ich an, aus dem Holz des Wracks eine Schalupe zu bauen, die uns alle in die Freiheit bringen kann. Unsere Gehorsamspflicht endete mit dem Verlassen des Schiffes. Ich werde nicht weitergehen."

"Ja! Der alte Seebär hat Recht. Wir hätten dieses gottverdammte Eis längst hinter uns."

Meuterei? Aufstand? Befehlsverweigerung? Der Boss lässt die Mannschaft antreten und liest aus dem Heuervertrag vor.

"Unter normalen Bedingungen wird nur bis zum Verlust des Schiffes bezahlt. Ihr aber werdet bezahlt, bis wir einen sicheren Hafen erreicht haben."

"Das ist ein Angebot."

"Bis dahin seid ihr aber an meine Befehle gebunden!"

Zwei Tage später.

Das Eis erweist sich als unzuverlässig. Sie haben zwölf Kilometer Luftlinie in sieben Tagen zurückgelegt. Gestern sind sie einen Kilometer zurückgewichen.

"Bei dieser Geschwindigkeit, da brauchen wir 300 Tage, um das Festland im Westen zu erreichen. Wir haben aber nur Vorräte für 42 Tage."

Die Stimmung ist angespannt. Sie bauen ihre Zelte in einer Linie auf. Parallel zu den Hunden. - Das neue Zuhause für die nächsten dreieinhalb Monate. - Gegen 22 Uhr liegen alle Männer in ihren Zelten.

Kälte und Feuchtigkeit sind längst in deinen Körper eingedrungen. Du kannst dich kaum bewegen. Dein Schlafsack ist nass.

Im Halbschlaf hörst du eine zischende Stimme.

"Jetzt habe ich dich!"

Fortsetzung folgt ...


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